Club | Geschichte
58 Jahre Motorsportclub Ansbach sowie 57 Jahre Mitgliedschaft im ADAC
Nordbayern sind das Ergebnis einer Gruppe Motorsport-Idealisten, die
sich im April 1952 zu einer Interessengemeinschaft "Motorsport"
zusammenschlossen.
Am 27. Juni 1952 war es dann soweit: Die Gründungsversammlung des MC
Ansbach fand im Ansbacher Bad-Cafe statt. Zu diesem Zeitpunkt konnte
der Club bereits 70 Mitglieder zählen.
Die Vorstandschaft setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
1. Vorsitzender
Herbert Schneider
2. Vorsitzender
Gerhard Conrad
Schriftführer
Wilhelm Pröschel
Sportleiter
Walter Wirth
Kassier
Edgar Schindler
Tourenleiter
Arthur Heil
Beisitzer
Adolf Boß
Hans Kaiser
Georg Pfundt
Die Ziele des Vereins waren somit klar abgesteckt. Überwiegen sollten die
sportlichen Aktivitäten, wobei jedoch auf die Weiterbildung der Kraftfahrer und vor
allem auf die Jugendarbeit besonderer Wert gelegt werden sollte. Daß diese Ziele
jedoch nur im Rahmen einer noch größeren Gemeinschaft zu verwirklichen waren,
erkannte man bald. Alle Bestrebungen des jungen Clubs waren nun einzig und allein
darauf gerichtet, seine Leistungen zu intensivieren und in die große Familie des ADAC
aufgenommen zu werden.
Daß ihm dies innerhalb eines Jahres in hervorragender Weise gelang, beweist die
Aussage des damaligen
Geschäftsführers des Gaues
Nordbayern, Herrn König, der
am 21. März 1953 feststellte,
daß der Motorsportclub Ansbach
seine "Feuertaufe" bestanden
habe und an diesem Tag die
Überführung in den ADAC
vollzog. Damit war der
Motorsportclub Ansbach im großen Dachverband integriert und nun als
zweiter Ortsclub des ADAC in Ansbach aus dem Vereinsleben dieser Stadt
nicht mehr hinwegzudenken. Unser damaliger 1. Vorsitzende, Herr Gerhard
Conrad, konnte an diesem Tag 98 neue Mitglieder dem ADAC zuführen.
Bereits wenige Wochen später, am 09. und 10.05.1953, richtete der MCA
in Zusammenarbeit mit dem 1. Automobilclub die Gauhauptversammlung
des Gaues Nordbayern in Ansbach aus. Über 1.000 Delegierte und
Mitglieder aus Nordbayern fanden sich zu dieser Versammlung ein, die mit
einem Festabend in der Orangerie und prächtigem Feuerwerk abschloss.
Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, ist es nahezu unmöglich, im Rahmen
dieses Textes eine detaillierte Rückschau vom heutigen Tage bis zur Gründung des
Clubs zu geben. Wir möchten Ihnen jedoch die größten und schönsten Ereignisse
nicht vorenthalten:
Noch im Gründungsjahr 1952 besuchten tausende von Zuschauern eine große
Motorsportveranstaltung auf der Inselwiese mit Kraftradartistik,
Geschicklichkeitsfahrten und Motorradfußfall. Neben den Ansbacher Akteuren wurden
besonders die Mannschaften der Bayer. Bereitschaftspolizei und des 1.
Motorradfußballclubs Erlangen bejubelt.
Die gleiche Veranstaltung fand 1953 verbunden mit einer Industrieschau in der
Rezathalle statt. Es beteiligten sich 20 Firmen, acht Ortsclubs waren unsere Gäste
und fast eine Stunde lang rollten mehr als 300 festlich geschmückte Wagen durch
die Stadt.
Im Februar 1955 fand bei strahlend blauem Himmel und guten Schneeverhältnissen in
Zusammenarbeit mit dem Ansbacher Skiclub auf den Rezatwiesen in Ansbach das erste Skijöring hinter Motorrädern in
Mittelfranken statt. Auch diese Veranstaltung war ein voller sportlicher Erfolg.
Am 27. Juni des gleichen Jahres fand das erste Seifenkisten-Rennen am
Triesdorfer Berg statt. Die Ansbacher Jugend war bereits Wochen vorher
von beiden Ortsclubs aufgerufen worden, geeignete Kisten zu bauen. Ca.
9.000 Besucher säumten die Rennstrecke und die FLZ berichtete, daß die
Atmosphäre mit leuchtenden Transparenten, bunten Fahnen, mit
Strohballen, fiebernden Fahrern und gespannten Zuschauern genau den
großen Rennen entsprach."
Unter den Plazierten der Stadtmeisterschaft befand sich auch der
derzeitige Landtagsabgeordnete Herr Klaus-Dieter Breitschwert, der von
über 50 Teilnehmern den beachtlichen 7. Platz belegte. Diese
Veranstaltung wurde bis 1962 in Ansbach und im Jahr 1963 in
Leutershausen am Höllbuck durchgeführt und begeisterte immer wieder
die Bevölkerung. Aufgrund des zunehmend hohen Verkehrsaufkommens
konnte die Strecken dann jedoch nicht mehr genutzt werden, und das
Seifenkistenrennen gehörte somit leider der Vergangenheit an.
Neben dem 1. Seifenkistenrennen musste jedoch noch im gleichen Jahr das 1.
Ansbacher Moto-Cross auf dem Urlasgelände organisiert werden. Viele Spitzenfahrer
hatten ihre Teilnahme zugesagt und begeisterten mit spannenden Rennen am 09.
Oktober 1955 an die 10.000 Besucher.
Von nun an war diese Sportart aus Ansbach nicht mehr wegzudenken. In den Jahren
1956, 1957, 1959 und 1960 wurden die Rennen mit gleichbleibend hoher
Zuschauerzahl auf dem Urlasgelände durchgeführt.
Leider musste nach dem 5. Ansbacher Moto-Cross eine 2-jährige Zwangspause
eingelegt werden, da das Gelände am Urlas aus militärischen Gründen nicht mehr zur
Verfügung stand. 1962 wurde eine neue Strecke auf der Pfadfinderwiese in
Wasserzell entdeckt und am 26. August erlebten wieder unzählige Zuschauer den
Endlauf um die Deutsche Moto-Cross Meisterschaft. Dem Club war jedoch mit dieser
neuen Strecke kein Glück beschieden, sie wurde bereits kurz nach dem Rennen
aufgeforstet. Der MCA war nun gezwungen, die so beliebte Moto-Cross Veranstaltung
ruhen zu lassen.
Nachdem das Moto-Cross vorerst auf Eis gelegt wurde, begab sich der MCA
auf sportliches Neuland: Er befaßte sich mit der Organisation des 1.
Frankenberg-Rennens.
Von 1968 bis 1973 wurden bei Ansbach und in der Hopfenstadt Spalt
Bergrennen für Autos und Motorräder auf einer 2,5 km langen
Rennstrecke ausgerichtet. Zahlreiche bekannte Rennfahrer - unter ihnen
auch der viermalige deutsche Bergmeister Sepp Greger - bescherten den
Zuschauern spannende Rennen.
1973 wurde die 20-jährige ADAC-Mitgliedschaft und das 21-jährige
Bestehen des Clubs im Rahmen einer Festveranstaltung gefeiert. Unser
Gründungsmitglied, Herr Edgar Schindler, gab bei dieser Gelegenheit
einen detaillierten Rückblick auf die Clubgeschichte. 1975 wurde ein
Kartrennen in Dietenhofen als Pilotprojekt gestartet.
Im Jahre 1976 erklärte sich die Bundesvermögensverwaltung bereit, einer
Benutzung des Urlasgeländes für unser Moto-Cross wieder zuzustimmen.
Die Flaggen des ADAC wehten für unsere Cross-Veranstaltung bis 1980 über dem
Gelände.
Dann hatte unser damaliger Sportleiter, Bernd Treiber, nahe Erlbach bei
Leutershausen ein neues, geeignetes Gelände entdeckt. Es konnte gepachtet und
eine anspruchsvolle Motocross-Piste eingebaut werden. Bis heute werden dort die
jährlichen Rennen, auch Meisterschaftsläufe, ausgetragen. Die Strecke steht fast das
ganze Jahr an allen Werktagen für den Trainingsbetrieb zur Verfügung. So nützen
auch Industrie und die Spitzenfahrer aus der ganzen Welt diese für sie ideale
Teststrecke.
Am 28. Oktober 1978 feierte der Club bereits 25-jährigen Geburtstag. Zur Feier
dieses Jubiläums hatte der MCA seine Freunde in den festlich geschmückten, noch
alten, Onoldiasaal eingeladen, wo man nach einem offiziellem Teil und Ehrungen
rasch zum gemütlichen Teil überging und bis in den frühen Morgen das Tanzbein
schwang.
Das 30-jährige Jubiläum des Clubs fand am 3. Juli 1982 im Distlersaal in Eyb statt. Im
Rahmen dieser Jubiläumsfeier wurden zahlreiche Clubangehörige für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Auch dieser
Festabend wurde bei gemütlichem Beisammensein, einem kalten Buffet und Tanz abgeschlossen.
1984 gab der langjährige Vorsitzende des MCA, Herr Gerhard Conrad, sein Amt an Fritz Klein ab. Dessen Initiative war es zu
verdanken, dass an der Rennstrecke ein Haus mitsamt den dazugehörigen Versorgungsanlagen für Strom, Wasser und Heizung
erstellt werden konnte. Die Clubmitglieder trugen mit über 4.000 Stunden
Eigenleistung zum Gelingen bei. Der Bau konnte 1988 fertig gestellt
werden. Die offizielle Einweihung "unseres Häusles" fand im Frühjahr
1989 statt und konnte seiner Bestimmung als Clubheim, Begegnungsstätte
und Schulungszentrum übergeben werden.
1993 wurde nach 30-jähriger Pause in Zusammenarbeit mit der Stadt
Ansbach und dem 1. AC Ansbach wieder ein Seifenkisten-Rennen
durchgeführt. Viele Ansbacher Firmen, Schulen und natürlich
rennbegeisterte Eltern haben bereits seit der Infoveranstaltung, die im
Vorfeld des Rennen im Angletsaal stattfand, superschnelle Seifenkisten mit
modernster Technik gebaut. Die Rennstrecke am alten Triesdorfer Berg
stellte sich als die schnellste Strecke Deutschlands heraus.
Bei strahlend blauem Himmel säumten unzählige Zuschauer die
Rennstrecke und sogar das Fernsehen war da, um das Rennen auch
überregionalen Zuschauern nahe bringen zu können. Auch unser MdL, Hr.
Klaus Dieter Breitschwert, konnte in einem spannenden Kopf-an-Kopf-
Rennen mit OB Ralf Felber seine Fahrkünste unter Beweis stellen.
Vom Gewinn der Veranstaltung wurde ein Hilfsfond „Kinder in Not“ gegründet, für
den sich die Stadt Ansbach federführend zeichnet. Der MCA unterstützt den Fond
noch heute und richtet dafür jedes Jahr ein Benefiz-Kartrennen aus.
Nach vier Jahren Seifenkistensport hat der MCA kein weiteres Rennen organisiert.
Grund war sicherlich auch der große Boom im Kartsport.
Erinnern möchten wir an unser 40-jähriges Jubiläum, das am 06.11.1993 in der
Ansbacher Orangerie gefeiert wurde. Bei dieser wunderschönen Festveranstaltung
erhielten zahlreiche Vereinsmitglieder eine Ehrung für langjährige Mitgliedschaft im
ADAC.
Im Herbst 1994 wurde die Kart-Gruppe des MCA gegründet. Seit 1995 wird jährlich
ein eigener Jugendkart-Slalom-Wettbewerb ausgetragen. Dank der vielen Kinder und
Jugendlichen, der Eltern sowie unseren Fachübungsleitern hat sich die Kartgruppe
des MCA zur erfolgreichsten westmittelfränkischen Kartgemeinschaft entwickelt.
2003 durfte der MCA, aufgrund seiner vorbildlichen organisatorischen Leistungen, die
Bayerische Meisterschaft ausrichten.
Auf dem clubeigenen Motocross Gelände wird seit 1997 nicht nur mit zwei Rädern gefahren. In regelmäßigen Abständen
wurden nunmehr auch Offroad-Sicherheitstrainings für Geländewagenfahrer durchgeführt. Seit einigen Jahren wird auf
unserem Gelände jährlich mindestens ein großes Geländewagen-Event von namhaften Autoherstellern, wie z. B. Nissan, Opel,
Crysler, etc. veranstaltet. Diese sehr interessanten Veranstaltungen haben sich zu einem zweitem Standbein für unseren MC
Ansbach entwickelt.
1998 wurde auf Anregung des Bezirk Mittelfranken eine Partnerschaft mit
einem französischem Moto-Cross-Verein gegründet.
Am 01.04.2000, nach 16 Jahren Vorsitz, gab der jetzige Ehrenvorsitzende,
Herr Fritz Klein, das Amt des 1. Vorsitzenden an Herrn Gerhard
Rosenhauer ab. Dessen Initiative haben wir zu verdanken, dass unser Moto-
Cross-Gelände, mit starker finanzieller Unterstützung durch den ADAC und
viel Eigenleistung modernisiert und technisch umgebaut werden konnte. Z.
B. wurden die Anfahrtswege aufwändig überarbeitet, die Zäune erneuert,
verschiedene Streckenabschnitte mussten aufwendig entwässert werden,
Drainagen mussten verlegt werden und vieles mehr.
Seit 2003 ist der MCA auch „drin“. Dem Trend entsprechend wurde eine
Homepage erstellt, welche dank unserem Pressewart, Herrn Thomas
Treiber, immer auf aktuellem Stand gehalten wird. Unter der Adresse:
www.MC-Ansbach.de finden sie alle Informationen über das aktuelle und
zukünftige Vereinsgeschehen.
All diese Veranstaltungen, Baumaßnahmen, Trainingsveranstaltungen, Festabende konnten nur durch den Idealismus und den
selbstlosen Einsatz unserer Mitglieder in so bewährter Weise durchgeführt werden.
Ein besonderer Dank all denen, die immer dabei waren.
Wir hoffen, Ihnen hiermit einen kleinen Rückblick auf
unsere Vereinsgeschichte ermöglicht zu haben.
© Motorsportclub Ansbach u.Umg. e.V. im ADAC, BLSV u. BMV | Letzte Änderung: 04.02.12 | Impressum | Kontakt